Am 5.2.2019 beschäftigen wir uns mit dem Thema ZWANGSREIME oder REIMZWÄNGE.

Die gereimte Festtags-Rede oder das Gräuel manch eines Jubiliars…

 

Liebe Marginalier und Marginalierinnen,

hier von hinnen,
wollen wie Ihnen…
mit besten Sinnen
zum nächsten Treffen – einladen. 
 
So, das war nun gleich ein Beispiel für das, was uns im Februar schwant. Reime… Zwangsreime möchten wir das Thema nennen. Oder auch Reimzwänge, von denen viele befallen werden, wenn Jubiläen nahen. Ihr kennt das:Kaum zu glauben, aber wahr, die Oma wird heut hundert Jahr. Rolf hat das Thema angestoßen und betont: „Diese Sprüche sind so schlecht, dass sie schon wieder gut sind.“ Und er hinterfragt: „Warum werden solche Gedichte gemacht, welche Bedeutung hat das Aufsagen eines Reimes bei Feiern?“
Schon diese Gedanken lösten eine Menge Gesprächswechsel aus. Menschen reimen mit Leidenschaft oder schrecken davor zurück wie vor heißen Eisen. Irgendwie fühlen wir uns wohl und sicher im Reim; es hat viel mit Tradition und auch eine Menge mit Sich-Merken zu tun. Und wird dennoch meist belächelt. Ilka wusste sogar den Fachbegriff für diese Art des Reimens:Reime erster Ordnung. Und es war sehr interessant zu hören, was dann Reime zweiter und dritter Ordnung sind. In meinem nicht sehr ernst gemeinten Vor-Gedicht finden sich jedenfalls Reime aller drei Ordnungen. 
 
Bitte bringt beim nächsten Mal doch einen eigenen Reim-Zwang-Versuch mit. Oder Wissens- und Bemerkenswertes zum Thema!
 
Ihr seht, wir bleiben dabei, dass wir uns in MARGINALIA auch in 2019 im Wechsel heiteren und ernsteren Sprach-Themen widmen. Da unser nächstes Treffen in die Faschingszeit fällt, haben wir uns gleich dieses Thema für den Anfang erkoren. Im März geht es dann weiter mit den Artikeln im Deutschen und dem damit verbundenen Gendern. Einer sprachlichen Geschichte, die man ernst nehmen muss, wenn man publiziert, aber auch, wenn man bedenkt, wie sehr unsere Sprache unser Denken und Verhalten beeinflusst. Helga hat uns mit einigen Beispielen verblüfft und nahezu betreten gemacht. Ein intensiveres Betrachten dieses Sprachthemas dürfte sich lohnen. Im April dann solltet ihr euch gleich 2 Termine vormerken. Am 1. April liest der ehemalige funktionale Analphabet Tim-Thilo Felmer aus seinem Buch. Und gleich am nächsten Tag, zur gewohnten Marginalia-Zeit treffen wir uns zum Thema Übersetzen – Mit welchen Sprachtücken kämpfen Übersetzerinnen eigentlich Tag für Tag?, zu dem und Juliane Gräbener-Müller und Ilka Schlüchtermann aus ihrem beruflichen Alltag erzählen werden.
Herzlich, eure Konstanze
 

Aktuelle Termine im Überblick:

Dienstag, 5. Februar 2019, 18:00-19:30, MARGINALIA zum Thema Zwangs-Reime & Reim-Zwänge – Solle mer se roilasse?
Dienstag, 12. März 2019, 18:00-19:30, MARGINALIA zum Thema. Der. Die. Das. Wieso? Weshalb? Warum? Gendern in der Sprache – warum eigentlich?
Montag, 1. April 2019, Uhrzeit wird noch bekannt gegeben. Lesung mit dem ehemaligen Analphabeten Tim-Thilo Felmer
Dienstag, 2. April 2019, 18:00-19:30, MARGINALIA zum Thema Sprachberuf Übersetzerin
Alle Termine im Familienzentrum Bammental. Bringt Bekannte, Freundinnen, Interessierte! 
 

Wenn die Sprache nicht stimmt, ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist. 

Konfuzius